Reichenbach
Von der Gründung bis zur Reformation
Reichenbach befindet sich inmitten des 800 Hufen Landes, das Kaiser Barbarossa auf Bitten von Otto, Markgraf von Meißen im Jahr 1162 als Stiftung zur Gründung eines Klosters bestätigte. Glaubt man der Urkunde aus diesem Jahr wurde Reichenbach vor dem Jahr 1162 als zweiseitiges Reihendorf mit Waldhufenflur im Rahmen der Deutschen Ostsiedlung auf Veranlassung von Markgraf Otto gegründet. Es gehört zu den Dörfern die dem Kloster Altzella im Jahr 1162 gestiftet wurden.
Reichenbach wurde im Jahr 1428 erstmals als Rychenbach urkundlich erwähnt.
Von der Reformation bis zur Gegenwart
Einige Jahre nach der Säkularisation des Klosters Altzella im Jahr 1555 gelangte das Dorf in das Grundeigentum des Ulrich von Mordeisen. Nach seinem Ableben wurde es von den Erben an den sächsischen Kurfürsten verkauft. Damit wurde das Dorf Amtsdorf im Amt Nossen.
Reichenbach ist nach Langhennersdorf gepfarrt. Da der Weg zur Kirche ziemlich weit war, baute man im Jahr 1727/1728 im Ort eine zunächst Bethaus genannte kleine Kirche. Ab 1856 gehörte Reichenbach zum Gerichtsamt Nossen und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Reichenbach im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde.
Mit der Eingemeindung am 1. Januar 1999 wurde Reichenbach ein Ortsteil von Großschirma. Mit der Eingliederung der verschuldeten Stadt Siebenlehn nach Großschirma im Jahr 2003, bekam Großschirma das Stadtrecht übertragen. Seit 2008 gehört Reichenbach zum Landkreis Mittelsachsen. Kirchlich gehört der Ort zum Kirchspiel Langhennersdorf.
- Johann Gotthelf Studer: Leiter der Werkstatt zur Herstellung berg- und hüttenmännischer Instrumente an der Bergakademie Freiberg, Münzmeister der Königlich Sächsischen Münzstätte Freiberg
- Cristoph Heym (1677-1731) Pfarrer der Kirchgemeinde Langhennersdorf
- Harald Hellmich: Maler und Grafiker
| um 1160 | Gründung von Reichenbach im Rahmen der Deutschen Ostsiedlung | |||||
| 1162 | Zugehörigkeit zum Kloster Altzella | |||||
| 1428 | erste Erwähung unter den Namen Rychenbach | |||||
| 1451 | Erwähnung unter den Namen Richinbach | |||||
| 1501 | Reichenbach bekommt seinen endgültigen Namen | |||||
| 1501 | Reichenbach verzeichnet Türkensteuerregister | |||||
| 1553 | Nach Auflösung des Klosters Altzella 1540 gelangt Reichenbach als Pfand an den Kosterverwalter Kilian Schmidt | |||||
| 1555 | Der Ort kommt in den Besitz des kursächsischen Kanzlers DR. Ulrich Mordeisen | |||||
| 1632 | Infolge Widerstands gegen die kaiserlichen Truppen im 30-jährigen Krieg fanden 32 männliche Bewohner den Tod | |||||
| 1660 | Eröffnung der ersten Schule in Reichenbach | |||||
| 1677 | Geburt des später in Langhennersdorf tätigen Pfarrers Christoph Hey | |||||
| 1728 | Einweihung des Bethauses als Filialkirche von Lanfhennersdorf durch Pfarrer Christoph Heym | |||||
| 1827 | der einzige Lehrer, August Wittig, unterrichtet in 2 Klassen 165 Schüler | |||||
| 1841 | Entstehungsjahr der Urflurkarte in Reichenbach | |||||
| 1887 | Gründung de "Turnvereins Reichenbach" | |||||
| 1888 | Anlage eines 2700 qm großen Gemeindefriedhofes | |||||
| 1912 | Elektrifizierung von Reichenbach | |||||
| 1915-1918 | Um- und Anbau auf dem lorenzschen Grundstück Jugendheim mit Turnhalle und Jugendherberge mit 23 Betten | |||||
| 1920 | Kirche erhält 2 neue Glocken | |||||
| 1924 | Gründung freiwilliger Feuerwehr | |||||
| 1928 | Errichtung einer Tankanlage vor dem ehemaligen Erbgericht | |||||
| 1928 | Anbau eines Treppen- und Orgelhauses an die Kirche von Reichenbach. Einbau einer Jahnorgel | |||||
| 1934 | Jahrhundertfeier der Schule zur Reichenbach | |||||
| 1940 | Gründung des Reichenbacher Kleintierzuchtvereins | |||||
| 1941 | Verlegung des Dorfbaches in der Aue | |||||
| 1942 | Bau des Feuerlöschteiches | |||||
| 1944 | Abstürz eines deutschen Jagdflugzeuges zwischen den letzten Doppelhäusern der Hirschstraße | |||||
| 1945 | Reichenbach trauert um 57 Kriegsopfer des zweiten Weltkrieges | |||||
| 1946 | Aufteilung von 202 ha des damaligen Staatsforstes Zellwald zur Schaffung von 10 Neubauernstellen | |||||
| 1951- 1952 | Verlängerung der Turnhalle des Jugendheimes und Umgestaltung zu einem Saal mit Bühnenanbau | |||||
| 1953 | Baubeginn des neuen Sportplatzes | |||||
| 1954 | Errichtung einer Zahnarztpraxis | |||||
| 1955 | Am 01.05 wird im Jugendheim ein Erntekindergarten eröffnet | |||||
| 1960 | alle Bauern treten der Produktionsgenossenschaft bei | |||||
| 1970 | Baubeginn für das Naturbad im Zellwald | |||||
| 1973 | Gründung des Gemeindeverbandes "Am Zellwald" | |||||
| 1977 | Einführung der Müllabfuhr und Gründung Reichenbacher Jugendclub | |||||
| 1985 | Einführung der Straßennamen | |||||
| 1988 | Baubeginn für den neuen Kindergarten | |||||
| 1991 | Beendigung des Schulbetriebes | |||||
| 1992 | Jagdgenossenschaft und Schließung des Naturbades | |||||
| 1995 | 125 Jahre Reichenbacher Chor | |||||
| 1999 | Eingliederung in die Gemeinde Großschirma | |||||
| 2005 | Einweihung Gedenkstein für die Opfer des zweiten Weltkrieges und Einweihung Bürgerhauses | |||||
| 2006 | Einweihung neues Feuerwehr Gerätehaus | |||||
Ortsnamenformen
Die Schreibweise des Ortsnamens Reichenbach hat im Laufe der Geschichte variiert. Folgende Formen sind aus historischen Quellen überliefert.
1428: Rychenbach
1451: Richinbach
1501: Reichenbach
1875: Reichenbach b. Siebenlehn
Der Ortsname leitet sich ab von Siedlung am reichen Bach. Das ist heute wegen veränderter topografischer Verhältnisse schwer nachvollziehbar. Noch um 1600 waren mehrere, heute nicht mehr vorhandene Bäche auf der Hochebene vorhanden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Veränderungen der Oberflächengewässer mit dem ehemaligen Bergbau in Zusammenhang stehen.
| bis 02/1992 | Roland Schleicher |
| von 1992 bis 1994 | Dieter Silbermann |
| von 08/1994 bis 12/1998 | Margot Schleicher |
