Obergruna
Die erste eindeutig zuweisbare Ortsnamenform datiert von 1428 als Grunaw superior, für 1218 wird ein Sifridus de Grunowe genannt, der Zusammenhang zum Ort ist jedoch unsicher. Im Jahr 1561 wurde Obergruna vom Kurfürst August an Caspar von Maltitz zu Wendischbora verkauft, dem zu dieser Zeit das Rittergut Wendischbora gehörte. Um 1590 war Obergruna Amtsdorf im Amt Nossen, das mit Einführung der Reformation und der Säkularisierung des Klosters Altzella im Jahr 1540 aus einem Großteil des Klosterbesitzes gebildet wurde. Im Jahr 1686 kam es zu einem Großbrand im Ort, dem die Kirche, die Schule, die Pfarre und viele Häuser zum Opfer fielen. Der heutige Kirchenbau wurde 1687 eingeweiht. Ein Vorwerk ist in Obergruna seit 1696 belegt. Während die Nebengebäude abgerissen wurde, ist das sanierte Herrenhaus bis heute bewohnt.
Obergruna lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Nossen. Während ein Teil des Orts dem örtlichen Vorwerk unterstand, gehörte der andere Teil als Amtsdorf direkt zum Amt Nossen. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Nossen und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Meißen. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Obergruna im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde.
Am 1. Januar 1994 wurde Obergruna in die Stadt Siebenlehn eingemeindet. Seit Eingemeindung der Stadt Siebenlehn nach Großschirma am 1. September 2003 ist es ein Gemeindeteil von Letzterem. Seit 2008 gehört Obergruna zum Landkreis Mittelsachsen.
Die letzten beiden Bürgermeister vor der Eingemeindung waren Frank Andrä (1988 - 1990) und Norbert Werner (1990 - 1997)
| 1218 | vermutlich erster Orstname als "Silfridus de Grunowe" | ||||||
| 1428 | als "Grunow superior" bekannt | ||||||
| 1551 | Einwohnerzahl bemisst sich auf 25 besessene Mann, 6 Häusler und 13 Inwohner | ||||||
| 1561 | wurde Obergruna vom Kurfürst August an Caspar von Maltitz zu Wendischdora verkauft | ||||||
| 1590 | gehörte Obergruna zum Amtsdorf Nossen | ||||||
| 1686 | Großbrand in Oberguna (Kirche, Schule, Pfarre verbrannten) | ||||||
| 1687 | Einweihung der heutigen Kirche | ||||||
| 1764 | 28 besessene Mann, 23 Häusler, 4 Wüstungen und 24 Hufen | ||||||
| 1834 | Einbau des Kanzelaltar | ||||||
| 1856 | Eingliederung Gerichtsamt Nossen | ||||||
| 1875 | Eingliederung Amtshauptmannschaft Meißen | ||||||
| 1946 | Obergruna zählt 948 Einwohner | ||||||
| 1952 | Eingliederung zum Kreis Freiberg | ||||||
| 1994 | Eingemeindung in die Stadt Siebenlehn | ||||||
| 2003 | Eingemeindung zur Stadt Großschirma | ||||||
| 2012 | Obergruna zählt 515 Einwohner | ||||||
