Großschirma
| 1197 | Scirmena |
| 1227 | Teilung in Scirmena und Scirmena Minorie |
| 1300 | Schirma |
| 1344 | Schirme |
| 1410 | Gross-Schirme |
| 1435 | Zcur Grossen Schirme |
| 1497 | Gross Schirma (Großschirma) |
Die Entstehung und frühe Geschichte der Ortschaft Großschirma ist vor allem mit der Gründung der Mark Meißen verbunden. Es wird angenommen, dass der Ort schon sehr alt ist, was aber nicht belegt werden kann, da Dokumente und Urkunden aus vergangenen Jahrhunderten durch Kriege und Feuersbrünste vernichtet worden sind. Man datiert heute die Besiedlung von Großschirma in den Zeitraum um 950. Das Gebiet wurde vom Tal der Mulde aus entlang des Dorfbaches als Reihen- oder Waldhufendorf urbar und bewohnbar gemacht. Mit der Entwicklung des Ortes wurden ihm verschiedene Rechte verliehen. Es durften Münzen geprägt werden, etwas später kam zum Beispiel auch das Brau- und Schankrecht dazu.
Bis zur Zeit der Reformation um 1540 gingen die Abgaben an das Kloster Altzella. Nach der Säkularisierung des Klosters waren verschiedene Besitzer für die Geschicke von Großschirma verantwortlich. Das Kloster wurde verkauft, der Kanzler kaufte, ebenso später der Fürst. Dörfer waren zu dieser Zeit Handelsobjekte.
Der 30-Jährige Krieg brachte dem Ort Verwüstungen und Tod. Von 1618 bis 1648 sengten, mordeten und plünderten die Kaiserlichen unter Callas die Ansiedlungen um Großschirma. Pest und Pocken taten ihr Übriges.
Die Entdeckung von silberhaltigem Erz 1168 im heutigen Freiberger Stadtgebiet prägte aber letztendlich den Großraum von Freiberg. Der Bergbau in seinem Ursprung war somit auch ein Grund für die Besiedlung des Gebietes zwischen den Flüssen Mulde und Striegis.
Im 17. Jahrhundert erscheinen in alten Urkunden erstmals die Begriffe Bergmann und Berggeselle. Später werden Untersteiger, Wäsche-, Scheide- und Schmiedsteiger genannt.
1870 begann die Blütezeit des Bergbaus in Großschirma. Die daraus resultierende Bevölkerungszunahme hatte einen entsprechenden Aufschwung aller Handwerksarten zur Folge. 1890 lag der Haupterwerb der Einwohner in der Landwirtschaft und dem Bergbau. In der Grube „Kurprinz Friedrich August“ standen ca. 400 Beschäftigte in Lohn und Brot. In dieser Zeit wuchs der Ort, moderne Strukturen mit Schule, Gemeindeamt, einem regen Vereinsleben und den dazugehörigen Gasthöfen entstanden. Der Übergang von der Silber- zur Goldwährung um 1900 führte zum Niedergang des Bergbaus. So wurde auch am 26. September 1900 die Förderung der Grube „Kurprinz“ eingestellt.
Das Rittergut wird zum wichtigen Arbeitgeber. Gleiches gilt für die Holzstoff- und Pappenfabrik „Kurprinz“. Die relativ stabile Entwicklung des Ortes wird durch den Beginn des I. Weltkrieges unterbrochen. Die Nachkriegsjahre bringen spürbare Belastungen für die Einwohner mit sich. Großschirma mit seiner stark landwirtschaftlichen und handwerklich-gewerblichen Struktur wird stark in Mitleidenschaft gezogen. In dieser Zeit gibt es aber auch Positives: Eine Buslinie nach Freiberg wird 1928 eingerichtet und das Freibad– Zillia Bad wird eröffnet.
1933 übernimmt die Partei der Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Wahl und Mitbestimmung, die Errungenschaften der Weimarer Republik, gibt es nicht mehr.
Das Leben im Ort konsolidiert sich jedoch und die tägliche Arbeit mit ihren Freuden und Leiden prägt den Alltag. 1925 ist Baubeginn der Eigenheimsiedlung, westlich der Fernverkehrsstraße 101 – Arbeitersiedlung lt. Festschrift
1939 beginnt der II. Weltkrieg. Mangelwirtschaft, Beschränkungen, Vertreibung, Angst, Hunger und Tod sind an der Tagesordnung. Das Deutsche Reich endet 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation.
In Großschirma, wird wie in allen anderen Orten der sowjetischen Besatzungszone die Bodenreform durchgeführt. Die Besitzer des Rittergutes werden 1948 enteignet. 240 ha Land und Inventar werden landarmen oder landlosen Bauern, vorwiegend Umsiedlern, zugeteilt. Neubauernstellen werden errichtet.
Da es 1945 fast kein Zugvieh mehr gab und die Bewirtschaftung und höchste Erträge gesichert werden mussten, wurde auch in Großschirma 1949 eine Maschinen-Ausleih-Station (MAS) eingerichtet.
Das Pappenwerk wird 1948 enteignet und in Volkseigentum überführt.
Am 7. Oktober 1949 wird auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Eine neue Gesellschaftsordnung entsteht.
Am 1.Juli 1950 wird im Zuge der allgemeinen Vereinfachung der Kommunalverwaltung die Gemeinde Rothenfurth nach Großschirma eingemeindet.
Zwischen 1953 und 1965 verändert sich das landwirtschaftliche Gefüge vollständig, der Schritt vom Einzelbauern zum Genossenschaftsmitglied wird vollzogen. Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und Volksgüter werden gebildet. Die Maschinen-Ausleih-Station wird zur Maschinen-Traktoren-Station (MTS) umgewandelt. Die zu bewirtschaftende gemeinsame Fläche beträgt ca. 1000 ha.
Der Volkseigene Betrieb (VEB) Pappenwerk Großschirma wird der größte Industriebetrieb des Ortes. Neben dem Kreisbetrieb für Landtechnik, dem Trockenwerk, dem Agro-Chemischen Zentrum (ACZ), um nur einige neu entstandene Betriebe zu nennen, gibt es weiterhin zahlreiche traditionelle Handwerksbetriebe. Großschirma wird stärker industriell geprägt, die Infrastruktur des Ortes gewinnt an Qualität. Private Handwerker und Gewerbetreibende tragen zur Versorgung der Bevölkerung mit Produkten und Dienstleitungen bei. Kinderkrippe, Kindergarten, eine neue Schule sowie eine Arztstation werden gebaut.
1989 ist das System des praktizierten Sozialismus am Ende.
Die Bürger der DDR rufen nach Veränderung, es kommt zur friedlichen Revolution. Am 9. November fällt in Berlin die Mauer. Am 3. Oktober 1990 tritt die DDR der BRD bei, somit ist Deutschland wieder ein „einig Vaterland“. Für die Bürger der ehemaligen DDR verändert sich das gesamte Leben grundlegend. Der Aufbau Ost beginnt. Mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes und der Länder werden zum Beispiel Straßen, Abwasseranlagen, Eigenheime gebaut und Gewerbe- und Wohnstandorte erschlossen.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform verändert sich die Struktur des Ortes. 1994 werden die Ortschaften Hohentanne, Großvoigtsberg und Kleinvoigtsberg nach Großschirma eingemeindet. Mit dem Beginn des Jahres 1999 folgen die Orte Reichenbach und Seifersdorf. Damit war vorerst die Gemeindegebietsreform für Großschirma beendet. Die Geschichte der "Stadtwerdung" nahm aber jetzt erst richtig seinen Lauf.
Die Stadt Siebenlehn, an der Grenze zu Großschirma gelegen, war mit der Erschließung ihres Gewerbegebietes in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die trotz konsequenter Konsolidierungsmaßnahmen nicht behoben werden konnten. Siebenlehn drohte die Zwangsverwaltung. In Form einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Reinsberg und der beabsichtigten Eingemeindung in die Gemeinde Reinsberg war versucht worden, Siebenlehn davor zu bewahren. Im Juli 2003 wurde die Entscheidung gefällt, dass Siebenlehn und Obergruna, entgegen bisheriger Vorverhandlungen, in die Gemeinde Großschirma eingemeindet werden. Die aufnehmende Gemeinde kann, so die Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen, die Bezeichnung „Stadt“ führen. Seit dem 01.09.2003 ist Großschirma mit 8 Stadtteilen, ca. 5700 Einwohnern und 6.139 ha die nördlichste Stadt im Kreis Freiberg.
| 1197 | erste urkundliche Erwähnung |
| 1227 | Teilung in Groß- und Kleinschirma |
| 1365-1371 | erster Bürgermeister, Nicol von Schirma |
| 1544 | dem Amt Freiberg unterstellt |
| 1551 | ein Kalb mit zwei aneinander gewachsenen Köpfen, vier Augen, zwei Ohren und an beiden Mäulern heraushängenden Zungen wird geboren |
| 1578 | Beginn Kirchenbücher Rothenfurth |
| 1633 | Kroatische Soldaten plündern Gross Schirma |
| 1634 | Kaiserliche Reiter besetzen Gross Schirma |
| 1680-1715 | Bau der Altväterbrücke |
| 1750-1800 | Die Teichhäuser werden für Berg- und Hüttenleute angelegt |
| 1786 | Großschirma hat 40 Bauern, 21 Gärtner und 39 Häusler |
| 1801 | Leipziger Chaussee wird gebaut (heutige B101) |
| 1824 | Bau einer Kirchenschule in Rothenfurth |
| 1870 | Bau einer Schule im Oberdorf |
| 1876 | eine 3-jährige Kuh bringt 4 Kälber zur Welt |
| 1880 | eiserne Brücke über der Mulde wird gebaut |
| 1882 | Bau einer neuen Schule in Rothenfurth |
| 1888 | Gründung der Sparkasse |
| 1893 | das Aquädukt Altväterbrücke wird gesprengt |
| 1897 | Bau einer Zentralschule |
| 1912 | Großschirma bekommt Elektrizität |
| 1928 | Eröffnung der Buslinie Freiberg-Großschirma |
| 1945 | Flugzeugabsturz nähe Zechenteich |
| 1939-1945 | 61 Tote und 43 Vermisste sind das Ergebnis des zweiten Weltkrieges |
| 1946 | Zusammenlegung der Schulen Rothenfurth und Großschirma |
| 1954 | ein Kindergarten wird eingerichtet |
| 1962 | Rote Armee baut an der Alten Meißner Landstraße einen Luftüberwachungsstützpunkt |
| 1968 | Bau einer Turnhalle hinter der Schule, Einsturz nach Windhose |
| 1977 | Baubeginn 60 Wohneinheiten im Oberdorf |
| 1979 | Einweihung Sportplatz und Sportcasino |
| 1980 | Gundsteinlegung Neubau der Kinderkrippe mit 64 Plätzen |
| 1990 | erster und einziger Weihnachtsmarkt in Großschirma |
| 1991 | Erschließung des Gewerbegebietes am Steinberg |
| 1993 | Neubau der Sparkasse |
| 1994 | Füßgängerampel auf B101 installiert |
| 1996 | erste Ausgabe des Amtsblattes |
| 2003 | erster Weihnachtsmarkt in Rothenfurth |
| 1945 | Walter Maul |
| 1946 | Otto Opitz |
| 1947 | Arthur Straube |
| 1947 - 1960 | Max Schreiter |
| 1960 - 1963 | M. Hofmann |
| 1963 - 1966 | Rudolf Fischer |
| 1966 | Werner Grießbach |
| 1966 - 1979 | Walter Fiebig |
| 1979 - 1989 | Ilse Franz |
| 1989 - 2004 | Gerhard Urbansky |
| 2004 - 2023 | Volkmar Schreiter |
