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Zukunft Kita und Schule
Entwicklung der Kinderzahlen und Auswirkungen auf die Kindertageseinrichtungen
Die Entwicklung unserer Kinderzahlen betrifft uns alle – und wird unser Stadtgebiet in den kommenden Jahren spürbar verändern. Wie bereits seit 2024 im Bürgerblatt thematisiert, sind die Kinderzahlen in der Stadt Großschirma rückläufig. Dieser Trend ist nicht nur bei uns, sondern sachsenweit zu beobachten und stellt insbesondere die ländlichen Regionen vor große Herausforderungen.
Waren es in den vergangenen Jahren rund 60 Geburten pro Jahr, die unser Stadtgebiet bereicherten, so sind es seit etwa vier Jahren nur noch ca. 30 Geburten jährlich, also nur noch etwa halb so viele Kinder wie noch vor wenigen Jahren. Diesen Rückgang spüren wir aktuell besonders im Krippenbereich und in der Kindertagespflege. Daher stehen wir seit Ende 2024 in einem intensiven Austausch mit den beiden Trägern, DRK und VdK, unserer vier Kindertageseinrichtungen sowie den beiden Tagespflegemüttern. Letztere haben wir, nach Abstimmung mit dem Stadtrat, bereits mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt.


Die Auslastung unserer vier Kindertageseinrichtungen ist dabei sehr unterschiedlich. Überlegungen zu zusätzlichen Nutzungsangeboten stoßen insbesondere bei den kleineren Einrichtungen in Kleinvoigtsberg und Reichenbach an ihre Grenzen. Vor diesem Hintergrund verfolgen wir aktuell folgenden Ansatz:
Da die Auslastung im Krippenbereich in der Kindertageseinrichtung „Regenbogenland“ in Großschirma am geringsten ist, soll dort perspektivisch eine ergänzende Nutzung im Gebäude untergebracht werden. Hierzu laufen derzeit Gespräche.
Ganz klar und unmissverständlich möchte ich an dieser Stelle sagen: Unser Ziel ist der Erhalt aller vier Kindertageseinrichtungen. Es gibt keine Pläne, einen Standort zu schließen. Unser Ziel ist eine insgesamt bessere und bedarfsgerechte Auslastung aller Einrichtungen durch ergänzende Nutzung freier Kapazitäten.
Unsere Überlegungen zum Erhalt aller vier Einrichtungen erfolgen in enger Abstimmung mit den beiden Trägern sowie mit dem Landratsamt Mittelsachsen als zuständige Stelle für die Planung der Kindertageseinrichtungen der Städte und Gemeinden in Mittelsachsen.
Pläne zur Errichtung einer „Oberschule+“
Was wir heute bei den Kindertageseinrichtungen sehen, wird morgen unsere beiden Grundschulen betreffen. Die Zahlen zeigen auch hier deutlich: Von aktuell über 200 Kindern in beiden Grundschulen werden es in fünf Jahren nur noch knapp 100 Mädchen und Jungen sein, also weniger als die Hälfte der heutigen Schülerzahl. Dabei handelt es sich nicht um eine kurzfristige Entwicklung, sondern um einen langfristigen Trend.
Das Sächsische Schulgesetz setzt hierbei klare Rahmenbedingungen: In jeder Grundschule müssen mindestens 60 Kinder beschult werden. Wird diese Zahl unterschritten, würde der Schulstandort langfristig unter Druck geraten, was in unserem Fall laut der aktuellen Kinderzahlen voraussichtlich den Schulstandort in Siebenlehn betreffen würde.
Da der Schulnetzplan des Landkreises Mittelsachsen in diesem Jahr turnusmäßig nach fünf Jahren fortgeschrieben wird, verfolgen wir als Stadt Großschirma in diesem Zusammenhang einen mehr vorausschauenden Ansatz:
Wir wollen nicht abwarten, bis Entscheidungen für uns getroffen werden, sondern wir wollen unsere Zukunft selbst gestalten. Ziel ist es daher, bereits im aktuellen Schulnetzplan die Weiterentwicklung beider Grundschulen zu einer gemeinsamen „Oberschule+ Am Zellwald“ zu verankern. Damit würden beide Grundschulen zu einer Schule zusammengeführt und die Kinder könnten in unserem Stadtgebiet von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen. Sollte dieses Konzept die Zustimmung des Landratsamtes Mittelsachsen sowie des Landesamtes für Schule und Bildung erhalten, würden sich folgende Veränderungen ergeben:

1. Standort Großschirma (Klassen 1–6):
Die Kinder würden von der 1. bis zur 6. Klasse am Schulstandort Großschirma gemeinsam lernen und über diesen Zeitraum hinweg von ihrem Klassenlehrer begleitet werden. Eine Trennung, wie bisher nach der 4. Klasse, würde entfallen. Ausgenommen sind Schüler, die auf ein Gymnasium wechseln wollen.
Gleichzeitig könnte der aktuelle Leerstand in der Kindertageseinrichtung „Regenbogenland“ durch eine teilweise Verlagerung des Hortes kompensiert und die Auslastung aller Kindertageseinrichtungen insgesamt stabilisiert werden.
2. Standort Siebenlehn (ab Klassenstufe 7):
Ab der 7. Klasse würde der Unterricht am Schulstandort Siebenlehn stattfinden. Das aktuell gemeinsam mit Lehrkräften beider Grundschulen entwickelte Konzept sieht vor, die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen zu intensivieren. Ab Klassenstufe 8 sollen die Schüler zudem mehrere Wochen pro Schuljahr praktischen Unterricht erhalten.
Seit Jahresbeginn arbeiten wir intensiv an diesem Konzept und stehen dazu im engen Austausch mit den Lehrkräften, einer Planerin und haben die Elternvertretungen beider Grundschulen ebenfalls in den Prozess in einer gemeinsamen Sitzung am 14. April 2026 eingebunden. Dem Stadtrat wurden unsere Planungen frühzeitig vorgestellt und miteinander vereinbart, dass erst verschiedene Varianten im Vorfeld geprüft und nichtöffentlich vorgestellt werden. All diese Informationen wurden der Öffentlichkeit im Rahmen einer Einwohnerversammlung am 23. April 2026 im Bürgersaal Großschirma vorgestellt und intensiv diskutiert.
Zudem konnte ich am 13. März 2026 Kultusminister Clemens in Großschirma begrüßen und ihm das Konzept für eine Oberschule+ persönlich vorstellen. Neben diesem Gespräch habe ich auch mehrere Gespräche mit Landrat Sven Krüger geführt, der unsere Planungen ebenfalls unterstützt. In einem mehrstündigen Termin mit dem Landesamt für Schule und Bildung am 29. April 2026 im Rathaus Großschirma wurden zudem die formellen Möglichkeiten und Herausforderungen ausführlich erörtert. Dabei wurde deutlich, dass bezüglich unserer Überlegungen zu einer Oberschule+ nur das von uns favorisierte und hier vorgestellte Konzept (Klassen 1–6 in Großschirma und 7–10 in Siebenlehn) überhaupt Aussicht auf Zustimmung durch das Landesamt für Schule und Bildung hätte.
Ich sage es ganz offen: Abwarten ist keine Option, auch wenn es große Herausforderungen und ein steiniger Weg werden wird. Wenn wir heute nicht handeln, werden morgen übergeordnete Behörden Entscheidungen treffen, die uns wahrscheinlich nicht gefallen werden. Dies wurde auf der Einwohnerversammlung am 23. April 2026 hoffentlich auch deutlich.
Aktuell befinden wir uns als Stadtverwaltung in weiteren Abstimmungen und Planungen, beziehen beide Schulkonferenzen aktiv in den Prozess ein und werden auch mit dem Landrat die weiteren Schritte bezüglich unserer Pläne zu einer „Oberschule+ Am Zellwald“ und der laufenden Schulnetzplanung abstimmen. Über den aktuellen Stand werde ich in der Stadtratssitzung am 18. Mai 2026 in Reichenbach berichten und lade Sie herzlich ein daran teilzunehmen.
Fragen über Fragen
Das hier Dargestellte wirft sicherlich viele Fragen auf. Auf einige davon möchte ich an dieser Stelle bereits eingehen. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie uns diese gern per E-Mail an senden oder uns einen Brief mit Ihren Fragen, Ihrem Namen und Ihrer Anschrift in den Briefkasten der Stadt Großschirma einwerfen. Wir werden die eingehenden Fragen sammeln, beantworten und möchten zu diesem wichtigen Thema weiterhin im Dialog mit Ihnen bleiben.
1. Was unterscheidet die Oberschule+ von einer „normalen“ Oberschule?
Die Oberschule+ ist eine Schulform für längeres gemeinsames Lernen. Sie umfasst die Klassenstufen 1 bis 10 und ist in unserem Fall auf zwei Schulstandorte verteilt. Beide Standorte, Großschirma und Siebenlehn, würden gemeinsam die „Oberschule+ Am Zellwald“ bilden.
Der wesentliche Unterschied: Unsere Kinder müssen nach der 4. Klasse nicht mehr das Stadtgebiet verlassen, sondern können bis Klasse 10 durchgängig in Großschirma und Siebenlehn lernen und bleiben in unserem Stadtgebiet.
2. Was ist das Besondere an unserem Konzept?
Neben dem längeren gemeinsamen Lernen setzt unser Konzept auf mehr Stabilität und individuelle Förderung, indem die Kinder bis zur 6. Klasse durchgehend von ihrem Klassenlehrer begleitet werden. Darüber hinaus wird durch die stärkere Einbindung regionaler Unternehmen in den Unterricht die praktische Bildung der Kinder und Jugendlichen gezielt gestärkt. So verbinden wir Stabilität, individuelle Förderung und praktische Bildung in besonderer Weise.
3. Können Kinder die Schule wechseln?
Ja. Unser Bildungssystem ist und bleibt durchlässig. Kinder können nach der 4. Klasse weiterhin auf ein Gymnasium wechseln und umgekehrt auch an unsere Schule kommen. Auch Kinder aus umliegenden Orten außerhalb unseres Stadtgebietes können sich gezielt für unsere Oberschule+ entscheiden.
4. Haben wir überhaupt genügend Platz in den bestehenden Schulgebäuden dafür?
Ja. Das Schulgebäude in Großschirma bietet ausreichend Platz für die Klassenstufen 1 bis 6. Im Schulgebäude Siebenlehn stehen aktuell größere Klassenräume zur Verfügung, die sich für den Unterricht der Klassenstufen 7 bis 10 eignen. Zudem ist es in beiden Schulgebäuden möglich, ohne zusätzliche Anbauten Fachunterrichtsräume, beispielsweise für die Naturwissenschaften, einzurichten.
5. Die Kinderzahl nimmt doch ab, wie soll das funktionieren?
Im persönlichen Gespräch mit dem Kultusminister am 13. März 2026 wurde deutlich, dass wir in den ersten Jahren ab Klasse 5 zweizügig starten sollten. Die Kinderzahlen zeigen erfreulicherweise, dass wir in den ersten Jahren ab Klasse 5 auch zweizügig starten können. Konkret könnten die jetzigen 1. Klassen im Schuljahr 2029/2030 die ersten 5. Klassen der Oberschule+ bilden. Ab etwa 2033/34 rechnen wir mit einzügigen Jahrgängen in Klassenstufe 5. Das ist unproblematisch, denn eine Oberschule+ darf laut Schulgesetz einzügig betrieben werden. Genau diesen familiären Charakter einer Landschule wollen wir vor Ort schaffen und etablieren.
6. Wie geht es mit den Kindertageseinrichtungen weiter?
Mit dem Konzept der Oberschule+ verfolgen wir einen ganzheitlichen Bildungsansatz in unserem Stadtgebiet. Die aktuell freien Raumkapazitäten, insbesondere in der Kindertageseinrichtung „Regenbogenland“ in Großschirma, könnten künftig für die Hortbetreuung genutzt werden.
Auf diese Weise wird es möglich, Kinder gezielt auf die verschiedenen Kindertageseinrichtungen zu verteilen und trotz sinkender Kinderzahlen eine bessere und bedarfsgerechte Auslastung zu erreichen. Ziel ist es, alle vier Kindertageseinrichtungen langfristig zu stabilisieren und zu erhalten.
7. Was ist, wenn es wieder mehr Kinder werden?
Nach den aktuellen Geburtenzahlen und Prognosen ist davon auszugehen, dass spätestens ab dem Schuljahr 2031/32 pro Jahrgang nur eine erste Klasse eingeschult wird und die Oberschule+ einzügig betrieben wird. Diese darf laut Schulgesetz auch maximal zweizügig sein.
Gleichzeitig verfügen beide Schulstandorte über ausreichend Raumkapazitäten, um auch stärkere Jahrgänge aufzunehmen. Wie bereits in Frage 5 dargestellt, ist es vorgesehen in den ersten Jahren die Oberschule+ zweizügig zu betreiben. Damit bleiben wir flexibel und können auf steigende Kinderzahlen reagieren.
8. Wo soll das Geld herkommen und warum wird so viel investiert?
Unabhängig von den sinkenden Kinderzahlen besteht ein erheblicher Investitionsbedarf an der Grundschule in Siebenlehn, um den Standort dauerhaft betreiben zu können. Diese Investitionen sind notwendig – unabhängig davon, ob wir die Oberschule+ umsetzen oder nicht. Bereits in diesem Jahr werden notwendige Maßnahmen im Bereich des Brandschutzes in Siebenlehn umgesetzt, der in den vergangenen knapp acht Jahren nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
Darüber hinaus sind weitere Investitionen erforderlich, unter anderem in die Fassade, das Dach sowie in eine neue Heizungsanlage. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen werden wir uns um Fördermittel aus dem Programm Schulhausbau des Freistaates Sachsen bewerben. Für den Landkreis Mittelsachsen sollen in den kommenden zwei Jahren rund 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Unser Ziel ist es, einen Teil dieser Mittel für die Umsetzung der „Oberschule+ Am Zellwald“ einzuwerben und die zuständigen Stellen von unserem Konzept zu überzeugen.
9. Wo kommen die Lehrer für die Oberschule+ her?
Wir schaffen keine zusätzlichen Kinder oder Jugendlichen. Der Bedarf an Lehrkräften besteht somit unabhängig vom Schulstandort. In dem Termin mit dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) am 29. April 2026 im Rathaus Großschirma wurde uns seitens der Verantwortlichen deutlich gemacht, dass es Aufgabe des Landesamtes ist, die notwendigen Lehrkräfte bereitzustellen und den Unterricht abzusichern. Dies würde dann auch für unsere Oberschule+ gelten.
10. Die Begründung, dass das LaSuB für die Einstellung der Oberstufenlehrer verantwortlich ist, finde ich etwas unzureichend, denn es gibt jetzt schon einen massiven Lehrermangel an Oberschulen, wo sollen die Lehrer herkommen, wenn es bereits jetzt schon keine gibt?
Das ist eine sehr berechtigte und ehrliche Sorge, der Lehrermangel ist real und betrifft ganz Sachsen. Der Bedarf an Lehrkräften entsteht nicht durch die Einführung der Oberschule+, sondern durch die Anzahl der Kinder, die beschult werden müssen. Zudem wurde uns im Gespräch mit dem Landesamt für Schule und Bildung durch den Abteilungsleiter Schule klar bestätigt, dass der Unterricht auch an unserer Oberschule+ abgesichert wird. Zur Einwohnerversammlung war eine Oberschullehrerin aus der Region anwesend, die signalisiert hat, auch an unsere Oberschule+ wechseln zu wollen, wenn wir das Konzept umsetzen. Das stimmt uns optimistisch.
11. Wurde das Modell des jahrgangsübergreifenden Unterrichts auch in Erwägung gezogen?
Jahrgangsübergreifender Unterricht kann eine sinnvolle Lösung für sehr kleine Grundschulstandorte sein und wird im Schulnetzplan für Siebenlehn ebenfalls als Option genannt. Allerdings haben wir im Stadtgebiet Großschirma zwei Grundschulstandorte. Bei weiter sinkenden Schülerzahlen würde das bedeuten, dass wir langfristig zwei sehr kleine, parallele Grundschulen mit hohem organisatorischem Aufwand betreiben. Wie lange dies vom Landesamt für Schule und Bildung genehmigt wird, ist offen, insbesondere wenn sich Eltern gezielt gegen den jahrgangsübergreifenden Unterricht in Siebenlehn entscheiden.
12. Gibt es einen Weg zurück, falls in 15 bis 20 Jahren die Schülerzahlen wieder steigen?
Unser Konzept ist bewusst so angelegt, um flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können. Beide Schulstandorte verfügen über ausreichend Kapazitäten, um auch stärkere Jahrgänge aufzunehmen. Sollten die Schülerzahlen langfristig wieder deutlich steigen, bestehen zudem Erweiterungsmöglichkeiten, die bereits planerisch geprüft wurden. Wir wollen bewusst zweizügig in den ersten Jahren starten, bevor die Oberschule+ einzügig betrieben wird. Das Konzept ist also keine Einbahnstraße, sondern eine zukunftsoffene Lösung.
13. Wie soll zukünftig die Busverbindung an die beiden Schulstandorte aus allen Ortsteilen und den Nachbargemeinden sichergestellt werden?
Es gab bereits erste Gespräche und Abstimmungen mit der RegioBus Mittelsachsen GmbH. Ziel ist es, bestehende Buslinien strategisch zu erweitern, umzustrukturieren und zu optimieren. Neben der Anpassung des Schulweges soll auch die Verbindung zwischen den beiden Standorten und den geplanten Sport- und Lernorten (Sportpark Großschirma, Zellwald, Romanusbad Siebenlehn) optimiert werden. RegioBus zeigte sich in den ersten Gesprächen sehr offen dafür. Eine schriftliche Bereitschaftserklärung von RegioBus an diesen Planungen aktiv mitzuwirken sowie Hinweise zum Ablauf liegt der Stadtverwaltung seit dem 20. Mai 2026 vor.
14. Mein Kind wird 2027/2028 voraussichtlich in Siebenlehn eingeschult, daher meine Frage: Bleiben die Kinder zunächst weiterhin an der Grundschule in Siebenlehn und wechseln dann regulär ab Klasse 5 an den Standort Großschirma? Oder ist geplant, die Schülerinnen und Schüler bereits früher bzw. anders in das neue Konzept der Oberschule+ einzugliedern?
Das aktuelle Konzept sieht vor, die Oberschule+ ab dem Schuljahr 2029/30 zu etablieren und beide bisherigen Grundschulen zu einer gemeinsamen Schule zusammenzuführen. Vorgesehen ist dabei, die Klassenstufen 1 bis 6 am Standort Großschirma und die Klassenstufen 7 bis 10 am Standort Siebenlehn zu beschulen. Dieses Modell ist zugleich das einzige der von uns geprüften Konzepte, das nach den Gesprächen mit dem Landesamt für Schule und Bildung überhaupt Aussicht auf Zustimmung hätte.
Alle Kinder, die bis dahin bereits eingeschult wurden, sollen weiterhin an ihrer bisherigen Grundschule bis zur Klassenstufe 4 beschult werden. Das würde auch für Ihre Kinder gelten. Mit dem Schuljahr 2029/30 würde erstmals nur noch am Standort Großschirma die Klassenstufe 1 eingeschult werden. Im Schuljahr 2031/32 würde anschließend erstmals eine Klassenstufe 7 in Siebenlehn gebildet werden. Gleichzeitig würde in Siebenlehn letztmalig eine Klassenstufe 4 unterrichtet werden.
15. Wie werden die Eltern in dem Prozess beteiligt und warum gibt es keine Umfrage wie bisher?
Über die gewählten Elternvertreter in beiden Grundschulen sind die Eltern vertreten und haben jeweils vier Stimmen in der jeweiligen Schulkonferenz. Die Schulkonferenzen beider Grundschulen wurden in den Prozess eingebunden und haben jeweils einen Grundsatzbeschluss zur Umgestaltung beider Grundschulen zu einer gemeinsamen Oberschule+ gefasst. Zudem hatten alle Eltern sowohl zur Einwohnerversammlung am 23. April 2026 als auch in der Stadtratssitzung am 18. Mai 2026 die Möglichkeit Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Mit der Möglichkeit, Fragen per Post oder E-Mail einzureichen, welche hier online veröffentlicht werden, hat die Stadt Großschirma zudem eine weitere Form der Bürgerbeteiligung geschaffen. Auch werden die Eltern der Einschulungsjahrgänge 2025/2026 und 2026/2027 befragt, welche die ersten beiden Jahrgänge einer Oberschule+ bilden könnten. Bei diesen beiden Jahrgängen liegen die Schulanmeldungen für die beiden Grundschulen verbindlich vor.
16. Ist eine Nutzung des Gebäudes in Großschirma als großes Grundschulzentrum möglich bei Schließung des Standorts Siebenlehn?
Sinkende Geburtenzahlen betreffen alle Bildungseinrichtungen in unserem Stadtgebiet. Als Schulträger setzen wir uns aktuell ausdrücklich dafür ein, beide Schulstandorte zu erhalten und dies im Einklang mit unseren vier Kindertageseinrichtungen zu denken und zu gestalten.
Vor dem Hintergrund, dass wir in diesem Jahr über eine halbe Million Euro in dringend notwendige Brandschutzmaßnahmen an der Grundschule Siebenlehn investieren, ist es unser klares Ziel, nicht auf eine mögliche Schulschließung in einigen Jahren zu warten oder dies zu planen. Stattdessen verfolgen wir mit der Oberschule+ einen proaktiven Ansatz, der beide Schulstandorte und die vier Kindertageseinrichtungen sichert und unser Stadtgebiet auch künftig für junge Familien attraktiv hält.
17. Warum muss das Geld in den Brandschutz in die Grundschule Siebenlehn investiert werden, wenn es die letzten Jahre „auch so ging“?
Die Brandschutzmaßnahmen sind bereits seit rund neun Jahren offen, seit 2024 hat der Bürgermeister davon Kenntnis und es wurde ein Fördermittelantrag dazu gestellt. Da der Freistaat Sachsen in 2025 dafür keine Gelder zur Verfügung gestellt hat, muss dies weiterhin dringend umgesetzt werden. Sollten wir nicht handeln, können andernfalls bei einer erneuten Prüfung Anfang 2027 erhebliche aufsichtsrechtliche Konsequenzen bis hin zu Nutzungseinschränkungen oder sogar eine Schließung der Grundschule Siebenlehn drohen. Es liegt zudem in der Verantwortung von Bürgermeister, Stadtverwaltung und Stadtrat, ein sicheres und angemessenes Lernumfeld für die Kinder zu schaffen.
18. Warum wird eine Schließung der Grundschule Siebenlehn nicht in Betracht gezogen, um sich das Geld für die Investitionen in den Brandschutz zu sparen?
Die Stadt Großschirma als Schulträger hat die Pflicht, die über 110 Grundschüler in der Grundschule Siebenlehn und die über 120 Grundschüler in der Grundschule Großschirma zu beschulen. Die Schließung der Grundschule Siebenlehn hätte zur Folge, dass für viel Geld eine Interimslösung (bspw. Containerbau) für die Kinder notwendig würde. Zum Kostenvergleich reicht der Blick nach Oberschöna: Für die Miete von zwei Klassenräumen in Containerbauweise für die Dauer von 2 Jahren, musste die Gemeinde 2019 insgesamt 120.000 € zahlen. Wir würden mindestens die dreifache Größe (6 Klassenräume) für 4 Jahre benötigen und kommen damit auf Kosten von über 700.000 €. Eine solche Übergangslösung wäre damit deutlich teurer, als jetzt gezielt in den Brandschutz und damit langfristig in unsere Bildungsstandorte zu investieren.
Die Zukunft unserer Kinder entscheidet sich vor Ort und wir haben es gemeinsam in der Hand. Deshalb lade ich Sie herzlich ein, sich aktiv einzubringen. Schreiben Sie uns Ihre Fragen, Anregungen und Ideen. Packen wir es gemeinsam an, denn nur gemeinsam können wir eine starke Bildungslandschaft in unserem Stadtgebiet sichern und weiterentwickeln.
Mit freundlichem Glückauf!
Ihr
Dr. Rolf Weigand
Bürgermeister
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