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Kleinvoigtsberg

Geschichte

Kleinvoigtsberg wurde in einer Urkunde aus dem Jahr 1224 als „minor Vogilsberg“ erwähnt, vermutlich ist der Ort jedoch älter. In besagter Urkunde wurde ein Streit zwischen dem Kloster Altzella und dem Ritter von Nossen durch ein unparteiisches Schiedsgericht (Landgraf Ludwig IV. von Thüringen und die Bischöfe Conrad von Hildesheim und Engelhardt von Naumburg) entschieden, dass die Dörfer Großvoigtsberg (Vogilsberg), Kleinvoigtsberg (minor Vogilsberg) und Großschirma (Scirmena) sowie das betreffende Stück des Zellwaldes zum Kloster gehören. Die Ritter von Nossen mussten alle alten Urkunden über diese Angelegenheit für nichtig erklären, die sie vormals von den Bischöfen Gerung und Bruno erhalten hatten.

 

Die Bedeutung des Ortsnamens kann als Bergsiedlung mit reichem Vogelflug angegeben werden. Die ursprünglichen Namen der beiden benachbarten Orte „Vogilsberg“ und „Minor Vogilsberg“ lassen erkennen, dass Großvoigtsberg das ältere ist. Aus der Dorfanlage und der kleinen Gemeindeflur von Kleinvoigtsberg kann man schließen, dass dieser Ort nicht bei der großen Besiedelung dieser Gegend angelegt wurde, sondern erst einige Jahrzehnte später vielleicht als Restrodung entstanden ist.

 

Mit Einführung der Reformation und der Säkularisierung des Klosters Altzella im Jahr 1540 kam Kleinvoigtsberg zunächst zum Amt Nossen, wurde jedoch mit anderen Dörfern der Umgebung im Jahr 1554 vom sächsischen Kurfürsten Moritz seinem Kanzler Ulrich von Mordeisen für treue Dienste als Lehen übereignet. Aus dessen Erbe kam es an den Kurfürsten Christian I., wodurch es um 1590 als Amtsdorf bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Nossen gehörte.

 

Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Nossen und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Kleinvoigtsberg im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde. Am 1. März 1994 wurde Kleinvoigtsberg nach Großschirma eingemeindet. Seit 2008 gehört Kleinvoigtsberg zum Landkreis Mittelsachsen.

Die letzter Bürgermeisterin von Kleinvoigtsberg war Heiderose Kunze von 1990 bis 1994.

Zeitstrahl

1224erste Urkunde mit der Erwähnung von Kleinvoigtsberg 
1646Neubesiedlung von Kleinvoigtsberg 
1741Wiederaufnahme des Bergbaus in Kleinvoigtsberg 
1769Huthaus Kleinvoigtsberg erbaut 
1790Bau des Wassergöbel-Treibhauses 
1838Bau der Kleinvoigtsberger Schule 
1858Die Grube Alte Hoffnung Gottes beschäftigt 446 Bergleute 
1875Zuordnung von Kleinvoitsberg zur Amtshauptmannschaft Freiberg 
1911Beginn der Elektrifizierung in Kleinvoigtsberg 
1955Bau der Dorfstraße und Abwasserkanalisation 
1958Gründung der LPG "Glück Auf" in Kleinvoigtsberg 
1959/1960Endgültige Stilllegung des Bergbaus in Kleinvoigtsberg   
1963800 Jahre Kleinvoigtsberg und 125-jähriges Schuljubiläum 
1966Letztmalige Einschulung in der Kleinvoigtsberger Schule 
1973Gründung des Gemeindeverbandes "Am Zellwald" 
1985Errichtung eines neuen Kindergartens 
1990Gründung der Agrargenossenschaft "Am Zellwald" 
1992Schließung Poststelle Kleinvoigtsberg 
1994Eingliederung in die Gemeinde Großschirma 
1994Kleinvoigtsberg wird vollständig an das Telefon-Netz angeschlossen 
1999Kleinvoigtsberg wird in das sächsische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen
2002Muldenbrücke wird am 13. August vom Hochwasser weg gespült 
2004Umbenennung verschiedener Straßen um Dopplungen zu vermeiden 

Öffnungszeiten

dienstags 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 

donnerstags 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 15:30 Uhr

 

freitags 09:00 Uhr bis 11:30 Uhr